FAQ

Allgemeine Fragen zum Unternehmen

Was ist der Unterschied zwischen Hellma Materials, Hellma Analytics und Hellma Solutions?

Alle drei genannten Unternehmen – Hellma Materials, Hellma Analytics und Hellma Solutions – gehören zur Hellma Gruppe. Der wesentliche Unterschied liegt in ihrem jeweiligen Produktschwerpunkt und den damit verbundenen Anwendungsbereichen:

Hellma Materials konzentriert sich auf die Herstellung hochreiner optischer Materialien und Kristalle. Dazu gehört insbesondere die Züchtung von Kalziumfluorid, Bariumfluorid und Magnesiumfluorif. Sie bieten auch spezialisierte Materialien wie Ytterbium-dotiertes Kalziumfluorid für Laseranwendungen, Germanium für den IR-Bereich sowie keramische Materialien wie Zinksulfid und Cleartran® an. Auch Szintillationskristalle gehören zu ihrem Portfolio.

Hellma Analytics ist auf optische Komponenten und Lösungen für die Analytik spezialisiert. Dazu gehören in erster Linie Küvetten, optische Fasern, und andere optische Bauteile, die in Spektrophotometern und anderen Analysegeräten eingesetzt werden. Ihr Fokus liegt auf präzisen Messungen in Laboren und industriellen Anwendungen.

Hellma Solutions bietet kundenspezifische optische Lösungen und Baugruppen an. Sie entwickeln und fertigen Optiken für spezifische Anwendungen in verschiedenen Branchen, die über das Standardangebot von Hellma Analytics hinausgehen. Dies kann von der Entwicklung komplexer optischer Systeme bis zur Integration von Hellma-Komponenten in größere Systeme reichen.

Spezialisiert sich Hellma Materials ausschließlich auf Kristallzucht?

Nein, die Hellma Materials spezialisiert sich nicht ausschließlich auf Kristallzucht. Der Schwerpunkt liegt zwar auf der Züchtung von hochreinem Kalzium-, Barium- und Magnesiumfluorid, aber Hellma Materials bietet auch andere Materialien an. Dazu gehören Ytterbium-dotiertes Kalziumfluorid für spezielle Laseranwendungen, Germanium für den IR-Bereich sowie keramische Materialien wie Zinksulfid und Cleartran®, die in einem separaten Werk in Louisana produziert werden. Abgerundet wird ihr Portfolio durch Szintillationskristalle aus dem Werk in Jena.

Für welche Branchen und Industrien bietet Hellma Materials Produkte an?

Hellma Materials beliefert eine Reihe von spezialisierten Hochtechnologie-Branchen.
Die Produkte – insbesondere synthetische Kristalle wie Kalziumfluorid, Germanium, Zinkselenid oder Szintillationskristalle – sind Schlüsselkomponenten für anspruchsvolle optische Systeme.

Die Hauptbranchen und Industrien sind:

  • Halbleiterindustrie: Spezialoptiken aus Materialien wie Kalziumfluorid sind für die Lithografieprozesse bei der Chipherstellung von entscheidender Bedeutung.
  • Optik und Photonik: Dies ist die Kernbranche. Dazu gehört die Herstellung von Linsen, Fenstern und anderen optischen Komponenten für Laser, Kameras und Spektrometer.
  • Verteidigung und Sicherheit: Ein sehr großer Anwendungsbereich, der unter anderem folgende Technologien umfasst:
    • Wärmebildtechnik und Infrarotsysteme: Für Überwachung, Zielerfassung und Nachtsichtgeräte.
    • Zieloptiken: Für hochpräzise Visiere und Zielsysteme.
    • Sensorik und Detektoren: Zur Aufklärung und für die Analyse von Substanzen (CBRN-Abwehr).
  • Luft- und Raumfahrt (Aerospace): Für optronische Aufklärungssysteme in Flugzeugen, Drohnen und Satelliten.
  • Maritime und Wehrtechnik (Naval): Für Periskope in U-Booten sowie für Überwachungs- und Zielsysteme auf Schiffen.
  • Messtechnik und Analytik: In wissenschaftlichen Geräten wie Spektrometern, die hochreine und präzise optische Elemente benötigen.
Wo produziert Hellma Materials seine Kristalle und Optiken?

Hellma Materials produziert an mehreren Standorten in Deutschland und Schweden:

  • Jena, Thüringen: Dies ist der Hauptstandort und ein zentrales Zentrum für die Kristallzucht und -entwicklung.
  • Eisenach, Thüringen: Hier ist die IV IR Optics GmbH ansässig, die ebenfalls im Bereich der Kristalltechnologie tätig ist und zu Hellma Materials gehört. Hier wird vorwiegend Germanium gezüchtet und für die Kunden auf CNC-Maschinen vorgefertigt.
  • Trollhättan, Schweden: An diesem Standort betreibt die Hellma Materials Sweden AB die Kristallzucht.
Gibt es einen Unterschied zwischen den Produktionsstandorten in Deutschland und Schweden?

Ja den gibt es. In Schweden wird derzeit nur gezüchtet. Die Qualität der Kristalle ist aber, da es sich um den gleichen Rohstoff / Ausgangsstoff Kalziumfluorid handelt, absolut identisch.

  • Jena, Thüringen: Dies ist der Hauptstandort und ein zentrales Zentrum für die Kristallzucht und Verarbeitung der Kristalle zu Halbzeugen für die Kunden.
  • Trollhättan, Schweden: An diesem Standort betreibt die Hellma Materials Sweden AB derzeit eine reine Kristallzucht.
Bietet Hellma Materials auch Produkte in kleineren Mengen für Forschung und Entwicklung an?

Ja natürlich. Da wir kein Produkt von der Stange haben ist im Prinzip jede Anfrage OEM bzw. individuelle und da spielt in erster Linie eine Mindestmenge keine Rolle.

Wie kann ich Kontakt aufnehmen, um eine technische Beratung zu erhalten?

Für eine technische Beratung zu unseren Produkten stehen Ihnen zwei einfache Wege zur Verfügung:

Per Kontaktformular: Nutzen Sie das Kontaktformular auf unserer Webseite. Ihre Anfrage wird so automatisch an den richtigen Ansprechpartner für Ihr spezifisches Anliegen weitergeleitet.

Per E-Mail: Senden Sie uns Ihre technischen Fragen und Spezifikationen direkt an sales.materials@hellma.com. Unser Expertenteam wird sich umgehend mit Ihnen in Verbindung setzen.

Fragen zu optischen Kristallen (z.B. CaF2, BaF2)

Welche Arten von optischen Kristallen züchten Sie?

Hellma Materials züchtet eine Reihe von hochreinen, synthetischen Kristallen für verschiedene Hightech-Anwendungen.

Dazu gehören vor allem:

  • Fluorid-Kristalle: Wie Kalziumfluorid (CaF2) und Bariumfluorid (BaF2), die besonders in der UV- und Infrarot-Optik, für Laseranwendungen und in der Halbleiterindustrie eingesetzt werden.
  • Infrarot-Materialien: Wie Germanium (Ge), Zinksulfid (ZnS) und Zinkselenid (ZnSe). Diese sind essenziell für die Herstellung von Linsen und Fenstern in Wärmebildkameras und anderen IR-Systemen.
  • Szintillationskristalle: Spezialkristalle, die zur Detektion von ionisierender Strahlung verwendet werden, beispielsweise in der Medizintechnik, der Sicherheitskontrolle oder in der Forschung.
Was sind die Hauptunterschiede zwischen Kalziumfluorid (CaF2), Bariumfluorid (BaF2) und Silizium (Si)?

Ein Überblick über die Hauptunterschiede zwischen Kalziumfluorid (CaF2), Bariumfluorid (BaF2) und Germanium (Ge), drei fundamental verschiedenen Materialien in der Optik.

Die Wahl des Materials hängt direkt von der gewünschten Anwendung ab, da ihre optischen und physikalischen Eigenschaften sehr unterschiedlich sind.

Zusammenfassende Übersicht

EigenschaftKalziumfluorid (CaF2)Bariumfluorid (BaF2)Germanium (Ge)
TransmissionsbereichSehr breit: UV, Sichtbar, Infrarot (ca. 130 nm – 9 µm)Sehr breit: UV, Sichtbar, Infrarot (ca. 150 nm – 12 µm)Nur Infrarot (ca. 2 µm – 14 µm)
AussehenTransparent (ähnlich wie Glas)Transparent (ähnlich wie Glas)Opak, grau-metallisch glänzend
BrechungsindexNiedrig (ca. 1,43)Niedrig (ca. 1,47)Sehr hoch (ca. 4,0)
Hauptanwendungen• Linsen für Kameras & Lithografie
• UV- & Laser-Optiken
• Spektroskopie
• Thermografie & Wärmesensorik
• Analytik
• Szintillationsdetektoren
Wärmebildkameras (FLIR)
• Infrarot-Optiken
• Halbleitertechnik
Besondere Eigenschaften• Geringe Dispersion (Farbfehlerkorrektur)
• Empfindlich gegenüber Temperaturschocks
• Etwas widerstandsfähiger als CaF2
Ist ein Szintillator (leuchtet bei Bestrahlung)
• Hohe Dichte (schwer)
Wird bei >100°C undurchsichtig (Thermal Runaway)

Die Hauptunterschiede im Detail:

  1. Sichtbarkeit und Wellenlänge:
    • Der fundamentalste Unterschied: CaF₂ und BaF₂ sind für das menschliche Auge durchsichtig und lassen Licht vom Ultraviolett (UV) bis weit in den Infrarotbereich (IR) passieren.
    • Germanium ist für sichtbares Licht komplett undurchsichtig (opak). Seine Stärke liegt ausschließlich im Infrarotbereich, weshalb es das Material der Wahl für Wärmebildkameras ist. Man kann nicht „hindurchsehen“ wie durch ein Glasfenster.
  2. Brechungsindex:
    • Die Fluoride haben einen sehr niedrigen Brechungsindex, ähnlich wie Glas.
    • Germanium hat einen extrem hohen Brechungsindex. Das ermöglicht es, sehr stark brechende Linsen mit geringer Krümmung zu fertigen, was für kompakte IR-Systeme entscheidend ist.
  3. Anwendung:
    • Fluoride (CaF2, BaF2) sind Allrounder für Hochleistungsoptiken, die über einen breiten Wellenlängenbereich funktionieren müssen – von UV-Anwendungen in der Halbleiterindustrie bis hin zu Infrarot-Spektroskopie.
    • Germanium ist der Spezialist für eine einzige, aber sehr wichtige Anwendung: die Thermografie. Fast jede Wärmebildkamera, die Körper- oder Umgebungswärme sichtbar macht, verwendet Linsen aus Germanium.

Zusammengefasst sind CaF2 und BaF2 breitbandige, transparente Materialien, während Germanium ein reiner Infrarot-Spezialist mit einzigartigen metallischen Eigenschaften ist.

Für welchen Wellenlängenbereich sind Ihre Kristalle (z.B. CaF2) geeignet?

Unsere Kristalle sind für unterschiedliche Wellenlängenbereiche spezialisiert, um eine Vielzahl von Anwendungen abzudecken. Der von Ihnen als Beispiel genannte Kristall, Kalziumfluorid (CaF2), ist dabei besonders vielseitig.

Hier ist eine Übersicht:

  • Kalziumfluorid (CaF2) und Bariumfluorid (BaF2): Diese Kristalle zeichnen sich durch einen extrem breiten Transmissionsbereich aus. Sie sind geeignet für Anwendungen vom tiefen Ultraviolett (UV), über den gesamten sichtbaren Bereich (VIS) bis weit in den mittleren Infrarotbereich (IR). Der typische Bereich für CaF2 liegt bei ca. 130 nm bis 9 µm.
  • Germanium (Ge), Zinksulfid (ZnS) und Zinkselenid (ZnSe): Dies sind reine Infrarot-Materialien. Sie sind für sichtbares Licht undurchsichtig und werden speziell für den mittleren bis langwelligen Infrarotbereich (ca. 2 µm – 14 µm) eingesetzt, was sie ideal für Wärmebildkameras macht.
  • Szintillationskristalle: Diese haben eine andere Funktion. Sie sind nicht primär für die Lichttransmission gedacht, sondern für die Detektion von hochenergetischer Strahlung wie Gamma- und Röntgenstrahlung.
Was sind die maximalen Abmessungen (Durchmesser), in denen Sie Kristalle wie CaF2, BaF2 liefern können?

Den weltweit größten jemals gezüchteten Kristall aus hochreinem Kalziumfluorid haben wir 2021 gezüchtet und dieser wurde auf der SPIE Astronomical Telescopes + Instrumentation 2022 ausgestellt.
Dieser Kalziumfluorid-Kristall hat 620 mm Durchmesser und wiegt 200 kg.

© Hellma Materials: Weltweit größter gezüchteter synthetischer Kalziumfluorid-Kristall
© Hellma Materials: Weltweit größter gezüchteter synthetischer Kalziumfluorid-Kristall

Hier ist eine Übersicht über die durchschnittlichen lieferbaren Größen unserer einzelnen Materialien / Halbzeuge:

  • Kalziumfluorid (CaF2): bis 440 mm monokristallin
  • Bariumfluorid (BaF2): bis 360 mm monokristallin
  • Germanium (Ge): bis 335 mm monokristallin
  • Zinksulfid (ZnS): 2400 mm 1200 mm
  • Cleartran®: 900 mm x 800 mm
    Szintillationskristalle:
  • CeBr3: 102 mm
  • Ce:LBC:
  • Eu:CaF2: 100 mm
Was bedeutet die Angabe „Yb3+:CaF2„?

Ytterbium-dotiertes Kalziumfluorid.

Aufgeschlüsselt bedeutet dies:

  • CaF2 ist die chemische Formel für Kalziumfluorid. Dies ist das Wirtsmaterial oder die Matrix des Kristalls.
  • Yb3+ ist das chemische Symbol für das Element Ytterbium, hier in seiner dreifach ionisierten Form. Der Zusatz „dotiert“ bedeutet, dass geringe Mengen von Ytterbium-Ionen in die Kalziumfluorid-Matrix eingebracht wurden. Diese Dotierung verändert die optischen Eigenschaften des Kalziumfluorids und macht es für spezifische Anwendungen nutzbar
  • Die Firma Hellma Materials bietet Ytterbium-dotiertes Kalziumfluorid speziell für Laseranwendungen an.
Wie widerstandsfähig sind Ihre Kristalle gegenüber Umwelteinflüssen wie Temperatur und Strahlung

Die Widerstandsfähigkeit von künstlichen Kristallen gegenüber Umwelteinflüssen wie Temperatur und Strahlung variiert stark je nach Material. Hier ist eine Übersicht für die von Ihnen genannten Kristalle und Keramiken:

Kristalle für Optik

  • Bariumfluorid (BaF2):
    • Temperatur: Gute thermische Stabilität, kann in trockener Umgebung Temperaturen bis zu 800 °C standhalten. Feuchtigkeit kann jedoch die Transmissionseigenschaften im UV-Bereich schädigen.
    • Strahlung: Sehr widerstandsfähig gegen Hochenergiestrahlung (UV-Degradation, Röntgen- und Gammastrahlung) und wird oft als schneller Szintillator für solche Anwendungen eingesetzt.
    • Andere Einflüsse: Hohe chemische Beständigkeit. Geringe Dimensionsänderungen bei Temperatur- und Druckschwankungen.
  • Kalziumfluorid (CaF2):
    • Temperatur: Kann in trockener Umgebung bis zu 1000 °C verwendet werden. Über 600 °C kann Feuchtigkeit die Oberflächen angreifen. Beginnende Erweichung bei 800 °C.
    • Strahlung: Gute Beständigkeit, insbesondere im tiefen UV-Bereich. CaF₂ ist bekannt für seine hohe Laser-Schadensschwelle im tiefen UV. Auch strahlenbeständig und ozonbeständig.
    • Andere Einflüsse: Sehr gute chemische Beständigkeit gegenüber den meisten Säuren und Laugen. Nicht hygroskopisch (nimmt keine Feuchtigkeit auf), was es zuverlässig in feuchten Umgebungen macht.
  • Magnesiumfluorid (MgF2):
    • Temperatur: Kann hohen Temperaturen standhalten.
    • Strahlung: Zeigt eine gute Beständigkeit gegenüber Elektronenstrahlung in Bezug auf die Bildung von Farbzentren im UV-Bereich, was es für Weltraumanwendungen geeignet macht. Röntgenstrahlen können Absorption im 0,25-μm-Bereich verursachen.
    • Andere Einflüsse: Sehr robust gegenüber chemischer Korrosion, Laserschäden, mechanischen und thermischen Schocks. Härter als CaF2. Geringfügige Hydrolyse möglich.
  • Ytterbium-dotiertes Kalziumfluorid (Yb:CaF2):
    • Temperatur: Profitiert von den guten thermischen Eigenschaften des CaF2-Gitters. Schmelzpunkt von 1418 °C.
    • Strahlung: Geringe nichtlineare Effekte unter intensiver Laserbestrahlung.
    • Andere Einflüsse: Kubische Symmetrie, gute mechanische Eigenschaften, niedrige Dispersion.
  • Silizium (Si):
    • Temperatur: Siliziumgummi hat eine ausgezeichnete Beständigkeit gegen Hitze und Kälte. Kann dauerhaft bei 150 °C verwendet werden und kurzzeitig bis zu 350 °C. Der Versprödungspunkt liegt bei -60 bis -70 °C, manche Produkte sogar bei unter -100 °C.
    • Strahlung: Gute Wetterbeständigkeit und UV-Beständigkeit. Ozon hat kaum Auswirkungen.
    • Andere Einflüsse: Gute elektrische Eigenschaften, gute chemische Stabilität.
  • Germanium (Ge):
    • Temperatur: Sein elektrischer Widerstand fällt während der Kristallisation in einem engen Temperaturbereich stark ab. Thermische Stabilität ist ein wichtiger Aspekt bei Phasenwechselmaterialien auf Germaniumbasis.
    • Strahlung: Weniger häufig als optisches Material in Bezug auf Strahlungsbeständigkeit in optischen Anwendungen erwähnt, aber es ist ein Halbleiter, dessen Leitfähigkeit durch Strahlung beeinflusst werden kann. Germanium-Whisker können bei älteren Dioden und Transistoren aus Germanium zu Ausfällen führen.
    • Andere Einflüsse: Spröde, silbrig-weiß.

Keramik für Optik

  • CVD Zinksulfid und Cleartran® (ZnS):
    • Temperatur: Cleartran® wird durch einen Heiß-Isostatischen Prozess modifiziert, der zu einer höheren Reinheit und strukturellen Homogenität führt.
    • Strahlung: Geringe Absorption und Streuung über einen weiten Transmissionsbereich. Geeignet für multispektrale Anwendungen, die einen einzelnen Strahlengang für mehrere Wellenlängenbereiche erfordern.
    • Andere Einflüsse: Chemisch inert, nicht hygroskopisch, hochrein, theoretisch dicht, leicht zu bearbeiten.
  • CVD Zinkselenid® (ZnSe):
    • Temperatur: Kann als Röntgenstrahlendetektor in einem weiten Temperaturbereich bis mindestens 130 °C eingesetzt werden. Monokristallines ZnSe hat einen extrem niedrigen Leckstrom über einen weiten Temperaturbereich bis 167 °C.
    • Strahlung: Gute Strahlungsbeständigkeit, insbesondere wenn mit Tellur dotiert. Vielversprechendes Material für die Röntgenerkennung, das keine Kühlung erfordert.
    • Andere Einflüsse: Relativ hohe effektive Ordnungszahl, große Bandlücke.

Szintillationsmaterialien

  • Cerbromid (CeBr3):
    • Temperatur: Die Lichtausbeute der meisten Szintillatoren ist temperaturabhängig und nimmt bei höheren Temperaturen ab. CeBr3 weist eine relativ hohe Dichte und eine proportionale Reaktion auf Gammastrahlen auf.
    • Strahlung: Zeigt bei Exposition gegenüber hohen Strahlungsdosen mehr oder weniger Schäden, die sich als Abnahme der optischen Transmission äußern können. Diese Schäden sind oft teilweise reversibel.
    • Andere Einflüsse: Hygroskopisch (muss gekapselt werden). Kurze Abklingzeit, hohe Lichtausbeute.
  • Europium-dotiertes Kalziumfluorid (Eu:CaF2):
    • Temperatur: Robuster Szintillationskristall mit guter Stoß- und Thermoschockbeständigkeit.
    • Strahlung: Wie CaF2 selbst, gute Strahlungsbeständigkeit. Eu:CaF2 hat eine geringe Lichtausbeute bei Wechselwirkung mit Hochenergie-Gammastrahlen aufgrund seiner geringen Dichte und niedrigen Ordnungszahl (Z).
    • Andere Einflüsse: Gute Lichtemission, relativ einfach zu bearbeiten, chemisch inert, gut für Vakuumanwendungen geeignet (sehr niedriger Dampfdruck), geringe Hintergrundstrahlung. Hat eine scharfe Absorptionsbande bei 400 nm, die sich teilweise mit der Szintillationsemissionsbande überlappt.
  • Bariumfluorid (BaF2):
    • Temperatur: Siehe oben unter „Kristalle für Optik“. Die Emissionsintensität der schnellen Komponente ist praktisch temperaturunabhängig.
    • Strahlung: Siehe oben unter „Kristalle für Optik“. Hohe Beständigkeit gegen Hochenergiestrahlung.
    • Andere Einflüsse: Siehe oben unter „Kristalle für Optik“.
  • Cer-dotiertes Lanthanbromidchlorid (Ce:LBC (Ce:LaBrCl)):
    • Temperatur: Die Lichtausbeute ist stark temperaturabhängig, was bei der Entwicklung von Detektoren berücksichtigt werden muss.
    • Strahlung: Lanthanbromid-basierte Szintillatoren sind für ihre hohe Strahlungsbeständigkeit bekannt.
    • Andere Einflüsse: Wird für seine hohe Energieauflösung und schnelle Ansprechzeit geschätzt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Fluoridkristalle (BaF2, CaF2, MgF2) im Allgemeinen eine gute bis sehr gute Beständigkeit gegenüber Temperatur und Strahlung aufweisen, insbesondere im UV-Bereich. Silizium und Germanium haben ihre spezifischen Anwendungsbereiche, wobei Silizium eine bemerkenswerte thermische und Witterungsbeständigkeit zeigt. Die Zink-basierten Keramiken (ZnS, ZnSe) sind für ihre breite spektrale Transmission und gute Robustheit bekannt. Bei Szintillationsmaterialien ist die Temperaturabhängigkeit der Lichtausbeute ein wichtiger Faktor, und die Strahlungsbeständigkeit kann variieren, wobei Materialien wie Ce:LaBrCl im Allgemeinen als strahlungshärter gelten als zum Beispiel dotierte Alkalihalogenide.

Fragen zu Szintillationsmaterialien

Was ist ein Szintillationskristall und wo wird er eingesetzt?

Ein Szintillationskristall ist ein Material, das bei der Absorption von ionisierender Strahlung (z. B. Gammastrahlen, Röntgenstrahlen, Alpha- oder Betateilchen) Lichtblitze (Szintillationen) erzeugt. Diese Lichtblitze können dann von einem Photomultiplier oder einer Fotodiode erfasst und in elektrische Signale umgewandelt werden.

Szintillationskristalle werden in einer Vielzahl von Anwendungen eingesetzt, insbesondere dort, wo radioaktive Strahlung oder andere hochenergetische Teilchen nachgewiesen, gemessen oder visualisiert werden müssen. Typische Einsatzgebiete sind:

  • Medizinische Bildgebung: In der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) und der Single-Photon-Emissionscomputertomographie (SPECT) werden Szintillationskristalle verwendet, um die Gammastrahlung von Radiopharmaka im Körper zu detektieren und so Bilder von Organfunktionen oder Tumoren zu erstellen.
  • Strahlenschutz und Dosimetrie: Zum Nachweis und zur Messung von Radioaktivität in der Umwelt, in Arbeitsbereichen oder zur Personenüberwachung.
  • Kernphysik und Teilchenphysik: Für Experimente zum Nachweis von Elementarteilchen und zur Untersuchung von Kernreaktionen.
  • Geophysik und Öl-/Gasexploration: Bei der Suche nach radioaktiven Mineralien oder zur Kartierung von Gesteinsformationen.
  • Sicherheitskontrollen: Zum Aufspüren von radioaktivem Material in Gepäck oder Fracht, z.B. an Flughäfen oder Grenzübergängen.
  • Materialwissenschaft: Zur Untersuchung von Materialstrukturen mittels Röntgenbeugung.
Welche Vorteile bieten Kristalle wie CeBr3 gegenüber anderen Detektormaterialien?

Cerbromid (CeBr3) bietet gegenüber anderen Detektormaterialien, insbesondere traditionellen Szintillatoren wie NaI(Tl) und auch neueren Materialien wie LaBr3:Ce, eine Reihe von Vorteilen:

  • Sehr geringe intrinsische Hintergrundstrahlung: Dies ist ein Hauptvorteil von CeBr3 gegenüber Ce:LaBr3 und Ce:LaCl3. Ce:LaBr3 und Ce:LaCl3 weisen eine intrinsische Radioaktivität auf (hauptsächlich durch 227Ac-Verunreinigungen), die den Signal-Rausch-Abstand bei niedrigen Zählraten beeinträchtigen kann. CeBr3 hat einen deutlich geringeren intrinsischen Hintergrund, was die Empfindlichkeit, insbesondere für die Detektion von Spezialnuklearmaterialien (SNM) und bei geringen Aktivitätsniveaus, erheblich verbessert.
  • Hohe Lichtausbeute: CeBr3 hat eine sehr hohe Lichtausbeute (ca. 60.000 bis 68.000 Photonen/MeV), was zu einer besseren Detektionseffizienz führt.
  • Schnelle Ansprechzeit/Abklingzeit: Mit einer Abklingzeit von etwa 17-25 ns ist CeBr3 sehr schnell, was präzise Zeitmessungen und Anwendungen mit hohen Zählraten ermöglicht. Es hat auch keine langsamen Komponenten, die bei anderen Szintillatoren das Signal verzerren könnten.
  • Ausgezeichnete Energieauflösung: CeBr3 bietet eine gute Energieauflösung (typischerweise etwa 4 % FWHM bei 662 keV), die besser ist als die von NaI(Tl)-Detektoren. Obwohl Ce:LaBr3 eine noch etwas bessere Auflösung (ca. 3 % bei 662 keV) aufweisen kann, übertrifft CeBr3 in bestimmten niedrigeren Energiebereichen (z. B. für Plutonium-239 und waffenfähiges Uran) die Auflösung von Ce:LaBr3.
  • Betrieb bei Raumtemperatur: CeBr3-Detektoren können bei Raumtemperatur betrieben werden, im Gegensatz zu Halbleiterdetektoren wie HPGe, die eine kryogene Kühlung erfordern. Dies macht sie praktischer und kostengünstiger für viele Anwendungen.
  • Hohe Dichte und effektive Ordnungszahl: Mit einer Dichte von ca. 5,1 g/cm³ und einer effektiven Ordnungszahl von 45,9 ist CeBr3 ein effektiver Detektor für Gammastrahlung.
  • Gute Proportionalität: CeBr3 zeigt eine gute Proportionalität der Lichtausbeute zur Energie der Gammastrahlen, was für eine genaue Energiespektroskopie wichtig ist.

Anwendungen, in denen CeBr₃ besonders vorteilhaft ist:

  • Nuklearspektroskopie: Für die genaue Identifizierung und Analyse radioaktiver Materialien.
  • Medizinische Bildgebung (PET, CT): Hohe Detektionseffizienz und Lokalisierung von Positronen-emittierenden Isotopen.
  • Sicherheitsinspektionen (Gepäck- und Frachtscanning): Identifizierung und Unterscheidung verschiedener Materialien basierend auf ihren charakteristischen Strahlungssignaturen.
  • Umweltüberwachung: Genaue Messung und Analyse von Strahlungsniveaus, insbesondere bei niedrigen Zählraten.
  • Hochenergiephysik-Experimente: Präzise Zeitmessungen und Partikelidentifikation.
  • Geophysik (Measurement While Drilling – MWD): Echtzeit-Messungen der Gammastrahlung von Gesteinsformationen.

Obwohl CeBr3 hygroskopisch ist und eine Kapselung erfordert, überwiegen seine Vorteile in Bezug auf Empfindlichkeit, Auflösung und Geschwindigkeit in vielen anspruchsvollen Anwendungen die Nachteile.

In welchen Formen sind Ihre Szintillationsmaterialien erhältlich (z.B. roh, gekapselt, als kompletter Detektor)?

Standard: Unsere Szintillationskristalle werden unter dem Aspekt stark ausgeprägter Hygroskopie unter streng kontrollierten Bedingungen nach Kundenspezifikation gefertigt. Bestandteil der Fertigung ist Messung der Szintillationseigenschaften. Oberfläche: feingeschliffen
Auf Kundenwunsch kann die für die Signalerfassung bestimmte Planfläche poliert werden.

Rohmaterial (Kristallboules): Auf besonderen Kundenwunsch liefern wir Szintillationskristalle in ihrer rohen Form.

Gekapselte Detektoren: In Ausnahmefällen bieten wir für eine einfache und sichere Handhabung unsere Szintillationsmaterialien in einer hermetisch dichten Kapsel an. 

Komplette Detektorsysteme: Wir bieten selbst keine fertigen Detektorsysteme an.

Nach welchen Kriterien sollte ich das optimale Szintillationsmaterial für meine Anwendung auswählen? (z.B. Lichtausbeute, Energieauflösung)

Die Auswahl des optimalen Szintillationsmaterials hängt stark von den spezifischen Anforderungen Ihrer Anwendung ab. Es gibt eine Vielzahl von Materialien mit unterschiedlichen Eigenschaften. Hier sind die wichtigsten Kriterien, die Sie berücksichtigen sollten:

  1. Lichtausbeute (Light Yield):
    • Definition: Die Anzahl der emittierten Photonen pro absorbierter Energie (typischerweise Photonen/MeV).
    • Bedeutung: Eine höhere Lichtausbeute führt zu einem stärkeren Signal am Photodetektor und damit zu einer besseren statistischen Genauigkeit und einer verbesserten Energieauflösung. Sie ist entscheidend für die Empfindlichkeit des Detektors.
    • Beispiele: NaI(Tl) ist ein Referenzstandard mit hoher Lichtausbeute. Viele neue Materialien wie Ce:LaBr3 oder CeBr3 übertreffen NaI(Tl) noch.
  2. Energieauflösung (Energy Resolution):
    • Definition: Die Fähigkeit des Detektors, zwischen Strahlung unterschiedlicher Energie zu unterscheiden. Sie wird typischerweise als FWHM (Full Width at Half Maximum) der Peakbreite bei einer bestimmten Energie (z.B. 662 keV für 137Cs) angegeben. Eine kleinere FWHM bedeutet eine bessere Auflösung.
    • Bedeutung: Entscheidend für die Spektroskopie, um Isotope oder verschiedene Gammalinien voneinander zu trennen.
    • Beispiele: Ce:LaBr3 und CeBr3 bieten eine hervorragende Energieauflösung, die deutlich besser ist als die von NaI(Tl).
  3. Abklingzeit (Decay Time):
    • Definition: Die Zeit, die der Szintillator benötigt, um nach einer Anregung Licht zu emittieren. Oft wird die Zeitkonstante für den exponentiellen Abfall der Emission angegeben.
    • Bedeutung: Eine kurze Abklingzeit ist entscheidend für Anwendungen mit hohen Zählraten, bei denen schnelle Signale unterschieden werden müssen (z.B. Positronen-Emissions-Tomographie (PET) oder Hochenergiephysik), um Pile-Up-Effekte zu minimieren und eine gute Zeitauflösung zu erreichen.
    • Beispiele: BaF2 und viele organische Szintillatoren haben sehr kurze Abklingzeiten (einige Nanosekunden). NaI(Tl) ist mit einigen hundert Nanosekunden vergleichsweise langsam.
  4. Dichte und effektive Ordnungszahl (Zeff):
    • Definition: Die Dichte des Materials (g/cm3) und die effektive Ordnungszahl, die die durchschnittliche Kernladungszahl der Atome im Material widerspiegelt.
    • Bedeutung: Eine höhere Dichte und Zeff erhöhen die Wechselwirkungswahrscheinlichkeit mit einfallender Strahlung (insbesondere Gammastrahlung über den Photoeffekt) und damit die Nachweiseffizienz. Für die Detektion von Neutronen oder Alpha-Teilchen sind andere Kriterien relevanter.
    • Beispiele: Materialien mit hohem Z (wie BGO) sind sehr gut für die Gammadetektion geeignet.
  5. Hygroskopizität (Hygroscopicity):
    • Definition: Die Eigenschaft eines Materials, Feuchtigkeit aus der Umgebung aufzunehmen.
    • Bedeutung: Hygroskopische Materialien (z.B. NaI(Tl), CeBr3, Ce:LaBr3) müssen luftdicht gekapselt werden, um Beschädigungen und Leistungsverlust zu vermeiden. Nicht-hygroskopische Materialien (z.B. CaF2) sind robuster und einfacher zu handhaben.
  6. Strahlungsbeständigkeit (Radiation Hardness):
    • Definition: Die Fähigkeit des Materials, seine Leistungsmerkmale unter langfristiger Exposition gegenüber hoher Strahlendosis beizubehalten, ohne signifikante Schäden oder Leistungsabfälle zu erleiden (z.B. Bildung von Farbzentren, die die Transmission beeinträchtigen).
    • Bedeutung: Wichtig für Anwendungen in Umgebungen mit hoher Strahlungsbelastung (z.B. Kernkraftwerke, Teilchenbeschleuniger, Weltraum).
    • Beispiele: BaF2 ist bekannt für seine hohe Strahlungsbeständigkeit. Einige Plastikszintillatoren sind anfälliger für Strahlenschäden.
  7. Temperaturabhängigkeit:
    • Definition: Wie die Lichtausbeute und andere Eigenschaften des Szintillators von der Betriebstemperatur abhängen.
    • Bedeutung: Einige Szintillatoren sind sehr temperaturstabil (z.B. BaF2 im schnellen Anteil), während andere eine deutliche Abnahme der Lichtausbeute bei steigender Temperatur zeigen. Dies ist entscheidend für den Einsatz in Umgebungen mit schwankenden Temperaturen oder wenn keine Temperaturkontrolle möglich ist.
  8. Wellenlänge der Emission:
    • Definition: Die spektrale Verteilung des emittierten Lichts.
    • Bedeutung: Die Emissionswellenlänge sollte gut an die spektrale Empfindlichkeit des verwendeten Photodetektors (z.B. Photomultiplier Tube (PMT) oder Silizium-Photomultiplier (SiPM)) angepasst sein, um eine maximale Signalübertragung zu gewährleisten.
  9. Mechanische Eigenschaften:
    • Definition: Härte, Sprödigkeit, Beständigkeit gegenüber mechanischen Stößen oder Vibrationen.
    • Bedeutung: Wichtig für die Handhabung, Bearbeitung und den Einsatz in rauen Umgebungen.
  10. Kosten:
    • Bedeutung: Die Kosten für die Herstellung und Verarbeitung des Materials können je nach Anwendung ein limitierender Faktor sein, insbesondere bei großen Detektorvolumina.
  11. Intrinsische Radioaktivität:
    • Bedeutung: Einige Materialien enthalten natürlich vorkommende radioaktive Isotope (z.B. 138La in Ce:LaBr3 oder 227Ac-Verunreinigungen in einigen Materialien), die einen intrinsischen Hintergrund verursachen können. Dies ist kritisch für Anwendungen mit sehr niedrigen Zählraten oder für die Detektion von schwachen Quellen. CeBr3 ist hier vorteilhaft.

Indem Sie diese Kriterien sorgfältig gegeneinander abwägen und auf die spezifischen Anforderungen Ihrer Anwendung zuschneiden, können Sie das optimale Szintillationsmaterial auswählen.

Fragen zu optischen Komponenten und Bearbeitung

Fertigen Sie aus Ihren Kristallen auch fertige optische Komponenten wie Linsen, Fenster oder Spiegel?

Der Fokus der Hellma Materials liegt auf der Züchtung von Kristallen. …

Welche optischen Gläser (z.B. von SCHOTT) bieten Sie an und in welchen Lieferformen sind diese verfügbar?

Wir bieten ebenso die komplette Produktpalette der optischen Gläser von SCHOTT an. Den OPTICAL GLASS STORE
 der Hellma Materials GmbH und SCHOTT Advanced Optics unterscheidet, dass Sie bei uns auch Mindermengen (bis 20 kg) kaufen können und keinen Mindestauftragswert haben.

Was sind die Vorteile von CVD-Materialien wie Zinksulfid (ZnS), Cleartran® oder Zinkselenid (ZnSe)?

Zinksulfid (ZnS)

Das Hauptmerkmal von Standard-ZnS ist seine außergewöhnliche mechanische Robustheit und Kosteneffizienz.

  • Hohe Härte und Festigkeit: Es ist deutlich härter und bruchfester als Zinkselenid, was es ideal für raue Umgebungen macht.
  • Umweltbeständigkeit: Es widersteht effektiv Regen-Erosion, Staub und Abrieb und wird daher häufig für äußere IR-Fenster an Flugzeugen und in militärischen Anwendungen eingesetzt.
  • Gute IR-Transmission: Es bietet eine zuverlässige Transmission im Infrarotbereich (1-14 µm), insbesondere im wichtigen Langwellen-Infrarot (LWIR, 8-12 µm).
  • Kosteneffizient: Es gilt als eine kostengünstige Lösung für IR-Optiken.

Cleartran® (Multispektrales ZnS)

Cleartran® ist eine verbesserte Version von ZnS und bietet als Hauptvorteil eine überlegene multispektrale Leistung.

  • Breiter Transmissionsbereich: Durch ein spezielles Nachbearbeitungsverfahren (HIP) wird die Transmission auf den sichtbaren Bereich erweitert (0,35-14 µm).
  • Eignung für Multi-Sensor-Systeme: Es ermöglicht, dass mehrere Sensoren (z. B. sichtbare Kameras, IR-Detektoren und Laser) eine einzige optische Öffnung (Apertur) nutzen. Dies vereinfacht das Systemdesign, reduziert Gewicht und Komplexität.
  • Beibehaltung der Robustheit: Es behält einen Großteil der mechanischen Festigkeit und Umweltbeständigkeit von Standard-ZnS bei.

Zinkselenid (ZnSe)

Der entscheidende Vorteil von ZnSe ist seine unschlagbare optische Leistung für Hochleistungslaser und Wärmebildgebung.

  • Extrem geringe Absorption: Es hat einen außergewöhnlich niedrigen Absorptionskoeffizienten bei der Wellenlänge von CO2-Lasern (10,6 µm). Dies ist entscheidend, um Hitzeschäden und optische Verzerrungen in leistungsstarken Lasersystemen zu vermeiden.
  • Sehr weiter Transmissionsbereich: Es deckt ein sehr breites Spektrum vom sichtbaren Licht bis ins ferne Infrarot ab (0,5-22 µm).
  • Hervorragende optische Qualität: Es weist eine sehr hohe Homogenität auf, was für hochauflösende Wärmebildsysteme (FLIR) unerlässlich ist.
  • Einfachere Ausrichtung: Da es sichtbares Licht durchlässt, vereinfacht es die Justierung von optischen Systemen.

Zusammenfassend lässt sich sagen:

  • ZnS ist die erste Wahl, wenn Robustheit und Kosten im Vordergrund stehen.
  • Cleartran® ist ideal, wenn eine einzige Optik für sichtbares Licht und Infrarot benötigt wird.
  • ZnSe ist unverzichtbar, wenn die Leistung in Hochleistungs-CO2-Lasern oder die Bildqualität in Wärmebildgeräten die höchste Priorität hat.
Bieten Sie auch spezielle Optiken wie Axikons oder Optiken aus hochbrechenden Materialien an?

Spezielle Optiken wie Axikons bietet die Hellma Materials nicht an. Die Hellma Materials züchtet „nur“ Kristalle und verarbeitete diese zu Halbzeugen. Das Material wird kundenspezifisch ausgewählt, zugesägt und dann geschliffen.
Eine Endpolitur oder Oberflächenbeschichtung bietet die Hellma Materials selbst nicht an.
Wir vermitteln aber auf Nachfrage Firmen die dahingehend mit uns zusammenarbeiten.

Optiken aus hochbrechenden Materialien bietet die Hellma Materialsnicht an. Die Hellma Materials bietet eine Reihe von optischen Kristallen und Materialien an, darunter auch solche mit hohem Brechungsindex. In dem Produktkatalog von SCHOTT wird beispielsweise „hochbrechendes Material“ erwähnt, wobei Materialien mit einem Brechungsindex von > 1,7 wie SF 57 und SF 6 genannt werden. Auch Silizium wird als Material mit „hoher Brechzahl“ für IR-Optik gelistet. Darüber hinaus werden Materialien wie Zinkselenid (Zinc Selenide) erwähnt, das hohe Brechungsindizes in verschiedenen Wellenlängenbereichen aufweist.

Können Oberflächen von Optiken mit speziellen Beschichtungen versehen werden (z.B. Antireflexbeschichtung)?

Da wir selbst keine Optiken herstellen, bieten wir diesen Schritt in der Weiterverarbeitung von unseren Kristallen nicht an. Aber auch hier vermitteln wir auf eine Nachfrage Firmen die dahingehend mit uns zusammenarbeiten.

Fragen zu Sonderanfertigungen, Qualität und Bestellung

Ist es möglich, Kristalle oder Optiken nach meinen spezifischen Anforderungen (Custom-made) anfertigen zu lassen?

Selbstverständlich ist es möglich, Kristalle oder Optiken nach Ihren spezifischen Anforderungen anfertigen zu lassen. Als potenzieller Lieferant für Halbfabrikate aus anorganischen Kristallen, wie beispielsweise Calciumfluorid (CaF2​), Bariumfluorid (BaF2​), Germanium (Ge) oder Zinksulfid (ZnS), ist das die Kernkompetenz und das tägliche Geschäft.

Aus Sicht von Hellma Materials, bei der jeder Kunde im Grunde genommen ein OEM-Kunde ist, läuft die Zusammenarbeit wie folgt ab:

  1. Individuelle Beratung und Machbarkeitsanalyse:
    • Wir beginnen nicht mit einem Standardkatalog, sondern mit Ihren Anforderungen. Gemeinsam besprechen wir Ihre Anwendung, die benötigten Spezifikationen (z.B. Größe, Form, Toleranzen, Oberflächenqualität, kristallographische Orientierung) und die Materialeigenschaften, die für Ihre Optiken entscheidend sind. Unsere Experten führen eine Machbarkeitsanalyse durch, um sicherzustellen, dass Ihre Anforderungen technisch realisierbar sind.
  2. Maßgeschneiderte Fertigung:
    • Basierend auf unseren jahrzehntelangen Erfahrungen beginnt die Fertigung bereits mit der Auswahl des hochwertigen Ausgangsmaterials bis hin zu den hochwertigen gezüchteten Kristallen. Wir stellen sicher, dass jeder Kristall, unabhängig vom Material (z. B. Germanium, Kalziumfluorid), exakt die gleichen hohen Qualitätsstandards erfüllt. Nachdem die Kristalle gezüchtet wurden, werden sie präzise zu Rohlingen oder Blöcken weiterverarbeitet. Hier greifen die spezifischen Anforderungen unserer Kunden, um die perfekte optische Qualität und Homogenität für ihre Anwendung zu gewährleisten.
  3. Qualitätssicherung:
    • Jeder Fertigungsschritt, von der Kristallzüchtung bis zur Endbearbeitung, unterliegt strengen Qualitätskontrollen. Wir führen verschiedene Messungen durch, um sicherzustellen, dass die chemische Reinheit, die optische Transparenz und die physikalischen Abmessungen exakt Ihren Vorgaben entsprechen. So stellen wir sicher, dass Sie ein Produkt erhalten, das perfekt in Ihre Produktionskette passt.
  4. Enge Partnerschaft:
    • Unser Ziel ist es, eine langfristige Partnerschaft aufzubauen. Wir verstehen, dass Sie als OEM-Kunde nicht nur einen Lieferanten, sondern einen Partner benötigen, der Ihre Entwicklungszyklen und Produktionsprozesse versteht und unterstützen kann. Wir sind darauf eingestellt, flexibel auf Änderungen in Ihren Anforderungen zu reagieren und Sie bei der Entwicklung neuer Produkte zu begleiten.

    Zusammenfassend lässt sich sagen, dass „Custom-made“ bei uns der Standard ist. Ihre spezifischen Anforderungen sind der Ausgangspunkt für unsere Arbeit, und wir liefern Ihnen genau die Optiken und Kristalle, die Sie für Ihre Anwendungen benötigen.

    Wie läuft der Prozess für eine kundenspezifische Anfrage ab?

    Die Erstellung eines maßgeschneiderten optischen Materials beginnt mit Ihrer Anfrage. Sie übermitteln uns Ihre Spezifikationen und Anforderungen, die unser Expertenteam sorgfältig prüft. Wir gleichen Ihre Wünsche mit den Möglichkeiten unserer Fertigung ab und erstellen auf dieser Basis ein individuelles Angebot. Dieses beinhaltet einen konkreten Preis sowie einen verbindlichen Liefertermin.

    Wie stellt Hellma Materials die gleichbleibend hohe Qualität seiner Produkte sicher?

    Um die gleichbleibend hohe Qualität unserer Produkte sicherzustellen, haben wir einen mehrstufigen Prozess etabliert. Dieser umfasst regelmäßige Audits nach ISO-Normen, die eine kontinuierliche Einhaltung internationaler Standards gewährleisten. Zusätzlich führen wir in unseren Produktionsabläufen ständige interne Kontrollen durch, um sicherzustellen, dass jedes Produkt unseren strengen Qualitätskriterien entspricht. Ein reger Austausch mit unseren Kunden ist uns ebenfalls wichtig, da ihr Feedback direkt in die Optimierung unserer Fertigungsprozesse einfließt. Darüber hinaus erfüllen wir alle branchenüblichen Standards, um die bestmögliche Qualität in jeder Phase der Produktion zu gewährleisten.

    Welche Mess- und Prüfverfahren werden eingesetzt (z.B. laseroptisches Labor)?

    Wir stellen die hohe Qualität unserer Produkte durch eine Reihe von Mess- und Prüfverfahren sicher, die den gesamten Prozess von der Kristallzucht bis zum fertigen Halbfabrikat begleiten.

    Während der Kristallzucht:

    • Wir setzen spezielle Messverfahren ein, um die Parameter des Zuchtprozesses kontinuierlich zu überwachen. Dazu gehören beispielsweise die Messung von Temperatur, Druck und anderen relevanten physikalischen Größen. Dies ermöglicht eine präzise Steuerung und gewährleistet eine gleichmäßige Kristallqualität.
    • In der Kristallzucht kommen auch fortschrittliche Methoden wie die „In-situ“-Messung zum Einsatz, um die Kristallisationsgeschwindigkeit und andere Wachstumsparameter direkt im Prozess zu erfassen.

    Nach der Kristallzucht und während der Weiterverarbeitung:

    Zusätzlich nutzen wir weitere branchenübliche Verfahren, um sicherzustellen, dass die mechanischen, thermischen und optischen Eigenschaften der Materialien den höchsten Standards entsprechen.

    In unserem laseroptischen Labor werden die gezüchteten Kristalle und Halbfabrikate umfassenden Prüfungen unterzogen. Hierbei kommen verschiedene laserbasierte Messmethoden zum Einsatz, um optische Eigenschaften wie die Homogenität, Doppelbrechung und andere kundenspezifische Parameter zu überprüfen.

    Kann ich ein Datenblatt oder ein Prüfprotokoll für mein bestelltes Material erhalten?

    Um die individuellen Anforderungen unserer Kunden zu erfüllen, setzen wir auf ein umfassendes Qualitätsmanagement. Standardmäßig stellen wir Ihnen auf Wunsch die branchenüblichen Chargenpapiere zur Verfügung. Diese Dokumente belegen die Herkunft und die Spezifikationen des Materials und sind die Grundlage für die Rückverfolgbarkeit in Ihrer eigenen Fertigung.

    Darüber hinaus werden in unserer Produktion zahlreiche Messungen und Prüfungen durchgeführt, um die Qualität und Homogenität der Kristalle sicherzustellen. Die Ergebnisse dieser internen Kontrollen nutzen wir, um jedem Kunden das Material zuzuteilen, das seine spezifischen Anforderungen an die Anwendung am besten erfüllt. Sollten Sie darüber hinaus spezifische Nachweise benötigen, wie zum Beispiel ein Prüfprotokoll für die Laserfestigkeit, erstellen wir dieses gerne und stellen es Ihnen zur Verfügung. So garantieren wir höchste Präzision und Verlässlichkeit, ohne Sie mit unnötigen internen Dokumenten zu belasten.

    Wie kann ich ein Angebot anfordern oder eine Bestellung aufgeben?

    Angebot anfordern

    Der Prozess beginnt mit Ihrer Anfrage, oft als „Request for Quotation“ (RFQ) bezeichnet. Um Ihnen ein präzises und schnelles Angebot erstellen zu können, benötigen wir von Ihnen so viele Details wie möglich. Dazu gehören:

    • Technische Spezifikationen: Senden Sie uns eine Zeichnung oder eine detaillierte Beschreibung des gewünschten Halbfabrikats.
    • Material: Nennen Sie das Material, das Sie benötigen (z. B. Germanium oder Calciumfluorid).
    • Menge: Geben Sie die gewünschte Stückzahl an.
    • Anwendung: Eine kurze Beschreibung des Verwendungszwecks hilft uns, die Anforderungen besser zu verstehen.

    Unser Expertenteam prüft Ihre Anfrage sorgfältig, gleicht sie mit unseren Fertigungsmöglichkeiten ab und erstellt auf dieser Grundlage ein individuelles Angebot. Dieses enthält einen verbindlichen Preis und einen realistischen Liefertermin.


    Bestellung aufgeben

    Sobald Sie unser Angebot akzeptieren, senden Sie uns eine formelle Bestellung (Purchase Order). Diese sollte sich auf unser Angebot beziehen und alle wesentlichen Informationen wie Artikelnummer, Menge, Preis und Lieferadresse enthalten. Nach Erhalt Ihrer Bestellung bestätigen wir den Auftrag und beginnen mit der Produktion.

    Bei uns haben Sie die Gewissheit, dass jeder Schritt – von der ersten Anfrage bis zur Auslieferung – professionell und transparent abläuft.

    Was sind Ihre typischen Lieferzeiten für Standard- und Sonderprodukte?

    Die Lieferzeit hängt von Ihren spezifischen Anforderungen und der Verfügbarkeit unserer Materialien ab. Während die reine Kristallzucht im Durchschnitt etwa drei Monate dauert, können spezielle Anforderungen an Größe und Form die Bearbeitungszeit verlängern. Daher kann die Lieferzeit für maßgeschneiderte Produkte länger sein, als Sie es von Standardartikeln gewohnt sind.

    Dank unserer umfassenden Lagerhaltung und dem kontinuierlichen Abgleich der Bestände mit den Kundenanforderungen können wir aber auch kurzfristig liefern. Gelegentlich ist bereits ein Material auf Lager, das zufällig Ihren Spezifikationen entspricht und sofort versandbereit ist. Um die Lieferzeiten für unsere Kunden zu optimieren, pflegen wir zudem enge Beziehungen mit unseren Bestandskunden und passen die Produktionsturnusse entsprechend an.

    Wir sind stets bemüht, die Lieferzeiten so kurz wie möglich zu halten, können aber aufgrund der Komplexität und Präzision der Kristallzucht bei bestimmten, sehr speziellen Anfragen auch längere Wartezeiten haben. Sprechen Sie uns am besten direkt mit Ihren Anforderungen an, damit wir die bestmögliche Lösung für Sie finden können.